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Erfahrungsbericht – Leistungsdiagnostik

Ambitionierte Sportler sollten ihre Trainingsintensitäten durch eine Leistungsdiagnostik zielgerichtet steuern – zum Beispiel im Laufsport. Der Hobbyläufer Jörg Blume ließ seine Fitness von mir checken – hier sein persönlicher Bericht.

Das Sprechen durch die Atemmaske lässt meine Stimme ungewohnt hallen, aber das Atmen funktioniert problemlos. „Es geht los“, sagt der Sportwissenschaftler Dr. Ralf Lindschulten und startet das Laufband in seiner Praxis zur Leistungsdiagnostik im Zentrum von Hannover. Es beginnt ein etwa halbstündiger Stufentest zur Bestimmung der submaximalen sowie maximalen Ausdauerleistungsfähigkeiten im Laufen. Jeweils fünf Minuten laufe ich in genau definierten Geschwindigkeitsbereichen, so genannten Belastungsstufen. Die ersten Schritte auf dem Laufband sind etwas unrund. Hier im Lauflabor nehme ich die Hoch-Tief-Bewegungen meines Körpers viel intensiver wahr als in der Natur. Aber dann finde ich meinen Rhythmus und schaue weg von den Geräten hinaus aus dem Fenster.

Die Atemmaske und der Sicherheitsgurt, der mich beim Sturz vor dem Aufprall auf das Laufband abfangen würde, sind völlig vergessen. Die Konzentration liegt ganz auf dem Körper und der Lauftechnik. Dr. Lindschulten gibt mir regelmäßig die noch zu laufenden Zeiten durch. „Noch zehn Sekunden – fünf – und hopp“ – nach jeder Einheit springe ich mit den Füßen auf die Seitenränder des Laufbands und halte mich an den Seitenbügeln fest. Jetzt piekst es im Ohrläppchen, der Sportmediziner entnimmt einen Tropfen Blut zur Bestimmung des Laktatwerts. Dreißig Sekunden Pause. Nach jeder Belastungsstufe wird die Laufgeschwindigkeit um 0,4 Meter pro Sekunde erhöht. Nach sechs Laufeinheiten hatte sich die Anfangsgeschwindigkeit verdoppelt. „Der Test wurde bei einer Geschwindigkeit von 4 Metern pro Sekunde und einer Herzfrequenz von 160 Schlägen pro Minuten beendet“, heißt es später in der Auswertung der Leistungsdiagnostik.

Vor dem praktischen Teil auf dem Laufband führt Dr. Lindschulten stets ein intensives Gespräch über den Gesundheits- und Trainingszustand des Athleten und seine sportlichen Ambitionen. Außerdem informiert er gründlich zu allen Aspekten der Diagnostik sowie zum Ablauf. Zwei bis drei Stunden Zeit sind einzuplanen, bis der Sportler die Praxis wieder verlässt.

Nach dem Stufentest gibt es erst einmal Wasser und Bananen zur Stärkung, dann geht es unter die Dusche. Fertig angezogen blättere ich im Ruheraum noch ein paar Minuten in Fachzeitschriften, dann ruft Dr. Lindschulten bereits zur Besprechung der Ergebnisse. Alle erfassten Daten werden ausführlich sportmedizinisch analysiert, dazu zählen die Ergebnisse der Spiroergometrie, die Laktatwerte und die Herzfrequenz – jeweils in Relation zu den Laufgeschwindigkeiten. Auf dieser Basis erfolgt ein individuelles Coaching für ein optimiertes, effizienteres Training. Für mich persönlich sind entscheidende neue Tipps dabei zur Gestaltung meiner Trainingsumfänge und Intensitäten. So gilt es insbesondere, die Grundlagenausdauer durch eine zusätzliche lange Trainingseinheit in der Woche zu verbessern – 20 bis 25 Kilometer sollten es schon sein. Außerdem haben wir die Belastungsintensitäten für Intervall- und Tempoläufe definiert. Ich bin gespannt darauf, was das in der nächsten Saison bringen wird. Einen ausführlichen Bericht zur Leistungsdiagnostik erhalte ich einige Tage später per Post nach Hause. Mit einem Kick an Motivation geht es für mich zurück in das Büro – und am gleichen Abend noch auf die Laufstrecke.

Autor: Jörg Blume

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Dr. Ralf Lindschulten | Leisewitzstr. 43 | 30175 Hannover | Telefon: 0511 - 70011210